»Glück malt man mit Punkten, Unglück mit Strichen«, sagte sie. »Du musst, wenn du unser Glück beschreiben willst, ganz viele kleine Punkte machen wie Seurat. Und dass es Glück war, wird man erst aus der Distanz sehen.«
Peter Stamm, Agnes
In Wogen, in Liebe in mir endet, kurz vor Sonnenaufgang, von Rauschen begleitet unser Abend, Verfliessender. Dann zeigst du mir den Morgen. Mein Tag hat begonnen. Ich atme. Die Nacht wird mir allein gehören.
An all die Leute, die mir ihre sogenannten gut gemeinten Ratschläge fürs Leben erteilen und glauben zu verstehen, obwohl sie nie zuhören.
Was wisst ihr schon...
Wisst ihr denn nicht, dass die Lebenden sterben, Tag um Tag; dass die Toten leben, und dies nicht im Sarg? Wisst ihr denn nicht, dass die Sprechenden stumm sind und einzig die Schweigenden singen? Lasst ihr Lied mich beschwingen!
Ihr glaubt, in der Durchsichtigkeit des Alltags zu sehen, doch die Farben des Lebens erreichen euch kaum. Ihr verlangt Pläne, denn meine Träume seien Schaum. Mir graut vor eurem Streben, und suche das Leben, das Schöne auf dieser Welt, für das ihr keinen Platz bereit hält.
Ihr kreiert Wörter, die ihr nicht versteht; verurteilt Taten, die ihr selbst begeht. Verzweifelt zählt ihr jeden Tag - ich folge lediglich meinem Herzschlag. Ihr baut euch Kerker aus Normen, und mir sagt ihr, ich sei nicht normal.
Wisst ihr was? Ich scheiss drauf, ihr kotzt mich nun mal an.
Sie sind die Begebenheiten, die sich ergeben, die Begegnungen, denen wir entgegentreten. Sie sind die Geschichten ohne Anfang und ohne Ende. Die sind ein Teil von – etwas ist.
Als ich am Tor stand, freute ich mich auf das Spiel und die Entdeckungen. Mir war nicht klar, wie dicht die Büsche den Weg säumten, wie hoch die Dornen sich türmten und dass der Weg viele Wege bedeutete. Aber wenn man am Tor steht, hat man keine Wahl, es geht zunächst nur vorwärts.
An den vielen Kreuzungen machte ich viele Begegnungen, doch niemand wusste, welcher Weg der richtige war. Wir gingen ein Stück zusammen, trennten uns wieder, gingen hin und wieder zurück. Aus dem Labyrinth der Wege und Kreuzungen wurde bald auch ein Labyrinth der Gefühle und Emotionen. Ich schrieb meine Wünsche in Sand, damit der Wind sie forttrage. Ich wob meine Träume zu einem Seidenband, das ich fortan meinen Schritten entlang auslegte.
Heute stehe ich wieder an der Weggabelung, an der du mir deine verlorenen Tränen schenktest. Das Glück war ungreifbar tief in mir. Durch den Tropfen in meinem Blick verteilt sich das Licht wie ein Farbfächer. Sie haben den Himmel in Regenbogenpapier gehüllt.
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