Müde des Fragens, wer ich sei
Müde des Suchens nach mir selbst

frag ich dich:

Wo bist und wonach suchst du?


Sind wir nicht selbst wandelnde Fragen?


Komm, finde und beantworte mich.


Es steht ein Haus in einem Dorf zwischen Bergen und Ländern,
zwischen Meeren und Himmeln.

Es steht da, Jahrzehnt um Jahrzehnt.

Hinter kleinen Fenstern unter niedriger Decke

vermag Lampenlicht den Raum nur dürftig aufzuhellen,

wo einst das Pendel die Schläge der Zeit ankündigte.


Draussen hört man, wie der Bach von den Felsen stürzt

wie sich die Bahn Zahn um Zahn den Berg hinauf schleppt.

Und wenn man durch die mit Seeduft getränkte Luft schaukelt,

den Wipfeln und Gipfeln entgegen,

hört man leicht das Meeresrauschen.


Das Pendel steht lange schon still.

Die Zeit zieht an den Fassaden vorbei.

Es steckt im Haus die Einsamkeit, die Welt auszuschliessen.


Das Problem mit den Flitterflatterfliederblüten: Sie flirren in der Luft und kaum nehmen sie Gestalt an, flattern sie auch schon davon.


»Glück malt man mit Punkten, Unglück mit Strichen«, sagte sie. »Du musst, wenn du unser Glück beschreiben willst, ganz viele kleine Punkte machen wie Seurat. Und dass es Glück war, wird man erst aus der Distanz sehen.«

Peter Stamm, Agnes



In Wogen, in Liebe in mir endet, kurz vor Sonnenaufgang, von Rauschen begleitet unser Abend, Verfliessender. Dann zeigst du mir den Morgen. Mein Tag hat begonnen. Ich atme. Die Nacht wird mir allein gehören.


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